{"id":1193,"date":"2013-03-05T17:23:46","date_gmt":"2013-03-05T16:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/historischer-verein-lebach.de\/?p=1193"},"modified":"2020-08-11T11:28:26","modified_gmt":"2020-08-11T09:28:26","slug":"eidenborner-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=1193","title":{"rendered":"Eidenborner Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Monika K\u00fchn (SZ-Redaktion Lebach) hat &#8211; nach R\u00fccksprache mit der Autorin Traudl Brenner &#8211; erlaubt, den am 26.\/ 27. Januar 2013 erschienenen Artikel \u00fcber die Eidenborner Kirche in SZ-Extra &#8222;Momente&#8220; hier zu ver\u00f6ffentlichen. Daf\u00fcr bedanken wir uns ganz herzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L. Sch.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-1193 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/hv-lebach.de\/?attachment_id=1194'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Eidenborner-Kapelle_Egon-Gross-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1194\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1194'>\n\t\t\t\tEidenborner Kapelle, Archiv: Egon Gross\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/hv-lebach.de\/?attachment_id=1195'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Eidenborner-Kapelle_Monika-Buchmann-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1195\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1195'>\n\t\t\t\tEidenborner Kapelle, Foto: Monika Buchmann (Eidenborn)\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<h1 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Namensgeber wurde erdolcht<\/span><\/h1>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">St. Petrus von Mailand: Lombardische Kaufleute brachten die Statue nach Eidenborn<\/span><\/h3>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">G\u00fcnter Prediger kommt aus der Sakristei, in der Hand einen Dolch. Und den st\u00f6\u00dft er in Peters Schulter \u2013 sind wir hier Zeugen eines Mordversuchs geworden? Im zu Lebach geh\u00f6renden \u00d6rtchen Eidenborn, mitten im Saarland also?<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><i>Von SZ-Mitarbeiterin <\/i><\/span><span style=\"color: #000000;\"><i>Traudl Brenner<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><b>Eidenborn. <\/b>Nein, der Ortsvorsteher von Eidenborn hat dem Patron seiner Kirche nur kurzfristig sein Wahrzeichen zur\u00fcckgegeben, damit wir ihn \u201eecht\u201c fotografieren k\u00f6nnen. Weil n\u00e4mlich die Kirche \u201eSt. Petrus von Mailand\u201c zur Zeit renoviert wird, sind alle Kunstwerke zu ihrem Schutz verh\u00fcllt oder in anderen R\u00e4umen in Sicherheit gebracht \u2013 auch die Statue ihres Namensgebers, der im 13. Jahrhundert per Dolchsto\u00df ums Leben gekommen ist. Wenn die vielen Sch\u00e4den behoben sein werden, die der Bergbau der Kirche zugef\u00fcgt hat, kehrt auch der Dolch auf Dauer ans Schl\u00fcsselbein des Kirchenpatrons zur\u00fcck.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[flagallery gid=7]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Au\u00dfenansichten der Eidenborner Kirche, fotografiert von Manfred Mai (Hahn) im November 2013; Copyright: Manfred Mai<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Ortsvorsteher und K\u00fcsterin Antonia Schmitt f\u00fchren nun durch ihre f\u00fcr einen gerade mal 660 Seelen z\u00e4hlenden Ort stattlich gro\u00dfe, einschiffige Kirche mit den zum Teil wei\u00df verputzten Sandsteinw\u00e4nden. Auffallend sind die zahlreichen sch\u00f6nen Glasfenster von Ferdinand Selgrad aus Spiesen-Elversberg, sowohl in der Eingangsfront wie auch in der linken L\u00e4ngswand des Kirchenschiffs, wo in zw\u00f6lf Einzelbildern die Apostel dargestellt werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Hauptaltar besteht aus gr\u00fcnlich schimmerndem Marmor. Dar\u00fcber h\u00e4ngt ein gleichschenkeliges schmiedeeisernes Kreuz. \u00dcber dem linken Seitenaltar ist zudem eine gro\u00dfe Madonna aus hellem Holz zu sehen. Die rechte L\u00e4ngswand der Kirche ist fensterlos, hat aber auch ihren Schmuck: Einen aus Granit gestalteten Kreuzweg.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[flagallery gid=8]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">Innenansichten der Eidenborner Kirche, fotografiert im November 2013 von Richard Wagner; Copyright: Richard Wagner<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Und vorm rechten Seitenaltar also steht Petrus, der schon erw\u00e4hnte Namensgeber der Kirche. Die Statue tr\u00e4gt ein M\u00f6nchsgewand. Petrus von Mailand war ein Dominikanerpater, er wurde 1252 per Dolch umgebracht \u2013 und das Mordinstrument ist sein Erkennungszeichen geworden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auch schon der Vorg\u00e4ngerbau dieser Kirche, ein Kapellchen, war diesem Heiligen und der Gottesmutter geweiht. Es stand seit 1866 an gleicher Stelle. Wie es ausgesehen hat, zeigt ein detailliertes Modell in der Kirche.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">1964 war die Kirchenweihe<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mitte des 20. Jahrhunderts, als die Gemeinde wuchs, musste die Kapelle Platz machen f\u00fcr den neuen Kirchenbau. Das war die Zeit, als der Bergbau bl\u00fchte, Menschen zuzogen \u2013 das Kapellchen war zu klein. 1960 wurde ein Kirchenbauverein gegr\u00fcndet und die Eidenborner haben mit Bazaren und Sammlungen selbst 140\u00a0000 Mark f\u00fcr ihr neues Gotteshaus zusammengetragen. Architekt Toni Laub aus Saarwellingen \u00fcbernahm die Planung, 1962 war Spatenstich, 1963 die Grundsteinlegung und 1964 konnte die Kirche geweiht werden. Da hatte sie sogar schon Glocken. Und es blieb bei den Patronen: Gottesmutter und Petrus von Mailand.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Es waren lombardische Kaufleute, die die Statue einst ins Saarland gebracht haben: Nahe Eidenborn, auf dem Hoxberg, haben sie die erste Kapelle f\u00fcr ihren Schutzheiligen errichtet. Heute erinnert nur noch ein schmiedeeisernes Kreuz an den Standort des ehemaligen Wallfahrtsortes. Und Petrus ist in die damals neue Kirche umgezogen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wir gehen nun auch mal um die Kirche herum, und da zeigt sich deutlich: Sie ist ein typisches Kind der 60er Jahre. Der Turm war schon bei der Anfahrt aufgefallen. Aber er ist weder gotisch-spitz noch barock-rundlich, vielmehr an der k\u00fchlen Sachlichkeit der Mitte des 20. Jahrhunderts orientiert: Kein geschlossenes Gebilde, sondern eine Konstruktion aus zwei schmalen W\u00e4nden, durch die man den Himmel sieht: In der Weihnachtszeit leuchtet darin ein gro\u00dfer Stern von Bethlehem. Die Konstruktion schlie\u00dft mit dem Glockenstuhl ab. Im Fu\u00df beherbergt der Turm eine Gefallenen-Ehrenst\u00e4tte. Ein flaches Dach verbindet den Turm mit dem rechteckigen Kirchenbau, der \u2013 wie innen so auch au\u00dfen \u2013 teils aus Sandstein, teils wei\u00df verputzt ist. Die schmalen, hohen, farbigen Glasfenster in Front- und Seitenwand pr\u00e4gen auch die Kirche von au\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wir gehen noch mal nach drinnen. Prediger und das K\u00fcsterehepaar Antonia und Walter Schmitt erz\u00e4hlen \u00fcber die Geschichte des Orts, vom historischen Restaurant \u201eHumpl\u201c, das neben der Kirche steht \u2013 und von all dem in den letzten Jahren in Eidenborn neu erwachten Leben: In der fr\u00fcheren Schule ist ein Kulturzentrum entstanden als Heimat f\u00fcr die \u00f6rtlichen Vereine, aber auch Jomi, der bekannte saarl\u00e4ndische Pantomime, hat dort seine Heimat. \u201eWir haben hier ein reges kulturelles Leben\u201c, sagt G\u00fcnter Prediger zufrieden \u2013 geht schnell noch mal zum Namenspatron, zieht ihm den Dolch aus der Schulter, bringt ihn wieder in die Sakristei, und verh\u00fcllt die Statue erneut. Zu ihrem Schutz. Bis die Kirche fertig renoviert ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf der Seite \u201eMomente\u201c stellt die Saarbr\u00fccker Zeitung im Wechsel Kirchen im Saarland und Lebenswege Verstorbener vor.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf einen Blick:<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><b>Eidenborn, <\/b>230 bis 330 Meter hoch gelegen \u2013 das nahe Falscheid ist der Mittelpunkt des Saarlandes \u2013 erreicht man, wenn man zwischen Lebach und Landsweiler den Berg hochf\u00e4hrt. \u201eSt. Petrus von Mailand\u201c geh\u00f6rt zur Lebacher Pfarrei \u201eHl. Dreifaltigkeit und St. Marien\u201c. Die Kirche wird, wenn die Renovierung beendet ist, weiterhin genutzt. Gottesdienste finden vorerst \u2013 bis 2. Februar 2013 \u2013 nicht statt. Die n\u00e4chste Hl. Messe soll auf jeden Fall im n\u00e4chsten Monat, am 10. Februar, um 8.30 Uhr sein. In Eidenborn leben 651 Menschen. Der Ort geh\u00f6rt seit der Gebietsreform 1974 zur Stadt Lebach. <\/span><i><span style=\"color: #000000;\">tb<\/span> <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monika K\u00fchn (SZ-Redaktion Lebach) hat &#8211; nach R\u00fccksprache mit der Autorin Traudl Brenner &#8211; erlaubt, den am 26.\/ 27. Januar 2013 erschienenen Artikel \u00fcber die Eidenborner Kirche in SZ-Extra &#8222;Momente&#8220; hier zu ver\u00f6ffentlichen. Daf\u00fcr bedanken wir uns ganz herzlich. L. Sch. 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