{"id":1935,"date":"2014-09-25T21:20:16","date_gmt":"2014-09-25T19:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/historischer-verein-lebach.de\/?p=1935"},"modified":"2014-10-02T14:09:43","modified_gmt":"2014-10-02T12:09:43","slug":"auf-der-suche-nach-dem-grab-eines-ehemaligen-zwangsarbeiters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=1935","title":{"rendered":"Auf der Suche nach dem Grab eines ehemaligen Zwangsarbeiters"},"content":{"rendered":"<h1>Russin m\u00f6chte herausfinden, wo ihr Gro\u00dfvater bestattet wurde<\/h1>\n<h2>Ein Bericht in der Saarbr\u00fccker Zeitung im Regionalteil Dillingen von Dieter Lorig vom 22.09.2014 auf Seite C5<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">D<span style=\"color: #000000;\">ieter Lorig hat als Mitglied des Historischen Vereins Nalbach auf Umwegen \u00fcber die Stadt Dillingen, die Stadt Lebach und die Gemeinde Nalbach von einer russischen Frau aus Wladiwostok eine Anfrage erhalten, die ihren Gro\u00dfvater betrifft; er war als Kriegsgefangener in unserer Gegend interniert. Unter welchen Umst\u00e4nden er umkam und wo er beerdigt wurde, war bisher nicht herauszufinden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">In diesem Kontext ist die Frage aufgetaucht, ob es in Zollstock in dem ehemaligen RAD-Lager (RAD ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Reichsarbeitsdienst) sp\u00e4ter ein Internierungslager f\u00fcr osteurop\u00e4ische Kriegsgefangene, die zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden, gegeben hatte. Heute wird das Gel\u00e4nde von der Reservistenkameradschaft Lebach als Vereinsplatz genutzt und tr\u00e4gt den Namen ihres langj\u00e4hrigen, bereits verstorbenen Vorsitzenden: Helmut-Dittrich-Platz.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_1936\" aria-describedby=\"caption-attachment-1936\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Zollstock.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1936\" src=\"wp-content\/uploads\/2014\/09\/Zollstock-1024x504.jpg\" alt=\"Der Eingang zum Arbeitslager Zollstock auf dem Hoxberg. Legende nach Dieter Lorig. Foto: HVL\" width=\"550\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Zollstock-1024x504.jpg 1024w, https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Zollstock-300x147.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1936\" class=\"wp-caption-text\">Der Eingang zum Arbeitslager Zollstock auf dem Hoxberg. Legende nach Dieter Lorig. Foto: HVL<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Nachfrage bei \u00c4lteren ergibt keine eindeutige Hinweise darauf, ob nun tats\u00e4chlich der Hoxberg, auf dem vor dem 2. Weltkrieg r\u00fcckw\u00e4rtige Teile des Westwalls errichtet wurden, sp\u00e4ter als Internierungslager benutzt wurde. Wir hoffen, hier\u00fcber durch die Recherche der Historikerin Dr. Inge Plettenberg mehr erfahren zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" title=\"Dieter Lorig, Auf der Suche nach dem Grab eines ehemaligen Zwangsarbeiters, SZ Dilliingen vom 22.09.2014, S. C5\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/Dokumente\/Krieg\/SZ-Dillingen_22-09-2014_C5.pdf\" target=\"_blank\">Hier nun kann der Artikel von Dieter Lorig im PDF-Format heruntergeladen werden, wozu er uns ausdr\u00fccklich erm\u00e4chtigt hat. Nat\u00fcrlich bleiben ihm alle Rechte am Text und den eingef\u00fcgten Bildern vorbehalten.<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Lothar Schmidt<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Inge Plettenberg hat zwar die Frage der Zwangsarbeiter in der Saargegend, ausdr\u00fccklich nicht aber die in Lebach recherchiert. Sie gibt aber die folgenden Hinweise und ist zuversichtlich, dort N\u00e4heres \u00fcber den Gesuchten zu finden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><em>&#8222;Sehr geehrter Herr Schmidt, leider habe ich zu Lebach keine Unterlagen. Unser Buch &#8218;Feind schafft mit&#8230;&#8216; (1992) [Dieses Buch kann in der Lebacher Stadtbibliothek ausgeliehen werden. L. Sch.] nennt im Lager-Anhang unter Lebach ein Lager &#8218;Dillinger Stra\u00dfe&#8216; und eines in den ehemaligen Kasernen, wo nach Kriegsende ca 8000\u00a0 &#8218;Displaced Persons&#8216; zusammengefasst wurden; dabei m\u00fcsste es sich um die Kasernen des sp\u00e4teren Bundeswehr-Standortes gehandelt haben. Oder, wie Sie sagen, um die ehemalige Hermann-G\u00f6ring-Kaserne? Das kann ich nicht definitiv sagen, denn zu Lebach habe ich seit unserem Buchprojekt nicht recherchiert. Ich empfehle Ihnen, im Landesarchiv Saarland im Bestand Ministerium des Inneren nach den Lebacher\u00a0Gr\u00e4berlisten zu suchen (Nummer irgendwo zwischen 531 und 535); m\u00f6glicherweise findet sich da auch der verschollene Gro\u00dfvater. Au\u00dferdem k\u00f6nnten Sie nachfragen beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Arolsen (s. Internet-Seite); dort werden die nach dem Kriege(1946\/47) \u00a0auf Weisung der Amerikaner bzw. Franzosen angelegten Namenslisten der &#8218;Angeh\u00f6rigen der Vereinten Nationen, die zwischen dem 2.9.1939 und dem 9.5.1945&#8216; in Lebach gearbeitet haben, aufbewahrt. Es wird sicherlich m\u00f6glich sein, von diesen Listen, die nach Kreisen, Orten und\u00a0Staatsangeh\u00f6rigkeit \/Nationalit\u00e4t geordnet sind, eine digitale Kopie zu erhalten. Sollte es in Lebach ein Stadtarchiv geben, k\u00f6nnten sich dort evtl. Teile dieser Listen befinden. Die Ausl\u00e4nderinnen\u00a0 wurden seinerzeit vom B\u00fcrgermeisteramt erfasst und an die Kreisverwaltung weiter gemeldet. Diese reichte die Daten an die saarl\u00e4ndische Verwaltungskommission, Abteilung Inneres, bzw. das saarl\u00e4ndische Innenministerium weiter. Erfasst wurden nicht nur die Menschen mit Namen etc., sondern auch Grabst\u00e4tten, insbesondere Massengr\u00e4ber au\u00dferhalb der Gemeindefriedh\u00f6fe. Dass ein RAD-Lager zum Zwangsarbeiterlager, v.a. zum &#8222;Ostarbeiter&#8220;-Lager wurde, war nahezu unvermeidlich. Bei den mir bekannten RAD-Lagern ist es immer der Fall gewesen. Insbesondere ab Herbst 1944 fand diese &#8218;Umwidmung&#8216; statt, als f\u00fcr die Zehntausende in der Region zum &#8218;Schanzen&#8216;\u00a0 zusammengezogenen Menschen (Deutsche und Ausl\u00e4nder) in kurzer Frist Massenunterk\u00fcnfte zu beschaffen waren. Als um die Jahreswende 1944\/45 aus dem besetzten Gebieten Lothringens und dem saarl\u00e4ndisch-franz\u00f6sischen Grenzgebiet die\u00a0 Kriegsgefangenen und zivilen Zwangsarbeiter\u00a0vor den herannahenden Amerikanern ins &#8218;Reichsinnere&#8220; weggeschafft wurden, dienten\u00a0die Barackenlager des RAD ebenfalls als Massenquartiere f\u00fcr die &#8218;Evakuierten&#8216;.\u00a0 Die National Collection of Aerial Photography in Edinburgh (NCAP), in der Sie online recherchieren k\u00f6nnen, hat m\u00f6glicherweise Luftbilder von Lebach (von der Luftaufkl\u00e4rung hergestellt), in der die Lager deutlich zu sehen sind. F\u00fcr die Suche m\u00fcssten Sie ca. 40 britische Pfund investieren; im digitalisierten und online gestellten Bestand k\u00f6nnen Sie dann in die evtl. gefundenen Fotos hineinzoomen. Sollte es Fotos geben, die noch nicht digitalisiert sind, k\u00f6nnen Sie diese ermitteln und scannen lassen. Das kostet Geb\u00fchren, &#8230; . Sie bekommen gestochen scharfe, hochaufl\u00f6sende Fotos.\u00a0In der Webseite der NCAP rufen Sie TARA auf und geben den Suchbegriff Lebach ein, dann sind Sie ganz schnell bei den evtl. vorhandenen digitalisierten Bildern. &#8211; Mehr Informationen habe ich zu Lebach leider nicht. Viel Gl\u00fcck bei der weiteren Suche!&#8220;<\/em><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_1954\" aria-describedby=\"caption-attachment-1954\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a title=\"SZ Dillingen, 20.09.2014, Dieter Lorig, Kontroverse Diskussionen \u00fcber Lager Zollstock\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/Dokumente\/Presse\/SZ-Dillingen_30-09-2014_S-C6.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1954\" src=\"wp-content\/uploads\/2014\/09\/SZ-Dillingen_30-09-2014_S-C6-698x1024.jpg\" alt=\"SZ Dillingen vom 20. Septermber 2014, S. C6, Dieter Lorig: Kontroverse Diskussionen \u00fcber Lager Zollstock\" width=\"550\" height=\"806\" srcset=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/SZ-Dillingen_30-09-2014_S-C6-698x1024.jpg 698w, https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/SZ-Dillingen_30-09-2014_S-C6-204x300.jpg 204w, https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/SZ-Dillingen_30-09-2014_S-C6.jpg 1259w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1954\" class=\"wp-caption-text\">SZ Dillingen vom 20. Septermber 2014, S. C6, Dieter Lorig: Kontroverse Diskussionen \u00fcber Lager Zollstock<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieter Lorig hat am 30. September 2014 einen weiteren Artikel in der SZ, Ausgabe Dillingen (S. C6), ver\u00f6ffentlicht: &#8222;Kontroverse Diskussionen \u00fcber Lager Zollstock&#8220;. Er steht hier zum Download bereit (alle Rechte am Text und Bildern vorbehalten: Dieter Lorig).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russin m\u00f6chte herausfinden, wo ihr Gro\u00dfvater bestattet wurde Ein Bericht in der Saarbr\u00fccker Zeitung im Regionalteil Dillingen von Dieter Lorig vom 22.09.2014 auf Seite C5 Dieter Lorig hat als Mitglied des Historischen Vereins Nalbach auf Umwegen \u00fcber die Stadt Dillingen, die Stadt Lebach und die Gemeinde Nalbach von einer russischen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1936,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"gallery","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[68,20],"tags":[363,362,365,361,360,364],"class_list":["post-1935","post","type-post","status-publish","format-gallery","has-post-thumbnail","hentry","category-2-weltkrieg","category-presse","tag-hoxberg","tag-internierungslager","tag-kriegsgefangene","tag-rad-lager","tag-zollstock","tag-zwangsarbeiter","post_format-post-format-gallery"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1935"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1945,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935\/revisions\/1945"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1936"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1935"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1935"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/hv-lebach.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1935"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}