{"id":361,"date":"2010-01-27T17:17:12","date_gmt":"2010-01-27T16:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/historischer-verein-lebach.de\/?p=361"},"modified":"2013-11-14T14:00:13","modified_gmt":"2013-11-14T13:00:13","slug":"die-dinglinde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=361","title":{"rendered":"Die Dinglinde"},"content":{"rendered":"<h2>Johannes Naumann (Thalexweiler) und Klaus Feld (Landsweiler) widersprechen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\"><a class=\"wp-oembed\" title=\"Die alte Dinglinde und das Turnerdenkmal\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=317\" target=\"_self\"><span style=\"color: #0000ff;\">In einem anonymen, nicht datierten Beitrag<\/span><\/a><\/span><\/strong> wurde behauptet, die Linde ausgangs B\u00f6hmen am Fu\u00df des Kl\u00f6cknerbergs, wo 1927 das Turnerdenkmal errichtet wurde, sei eine Dinglinde (Sitz des Hochgerichts der Vierherrschaft Lebach) gewesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aussage ist nach den Worten von Johannes Naumann und Klaus Feld durch keine historische Quelle belegt. Vielmehr sei in allen Urkunden, Karten und Dokumenten belegt, dass die Lebacher Dinglinde immer in der Marktstra\u00dfe vor &#8222;Lindenschneidershaus&#8220; (sp\u00e4ter: Hotel Klein) gestanden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hierzu \u00fcbergibt uns Johannes Naumann als Beleg eine Lebacher Karte mit Linde und Pranger von 1625 aus: Walter Zimmermann: Die Kunstdenkm\u00e4ler der Kreise Ottweiler und Saarlouis, 1934.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"wp-oembed\" title=\"Die Dinglinde in der Marktstra\u00dfe\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/Bilder\/Dinglinde_Karte.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-362\" title=\"Dinglinde_Karte\" alt=\"\" src=\"wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dinglinde_Karte.jpg\" width=\"450\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dinglinde_Karte.jpg 450w, https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dinglinde_Karte-300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><span style=\"color: #ff0000;\">Diese Karte zum Vergr\u00f6\u00dfern einfach anklicken!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Klaus Feld f\u00fchrt hierzu aus: &#8222;<span><span>Herr Naumann hat Ihnen inzwischen die alte Karte von Lebach zur Verf\u00fcgung gestellt. Sie ist ein eindeutiger Beleg.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Auch ohne die Karte zu kennen, spricht die politische Situation in der Vierherrschaft Lebach eindeutig dagegen, dass diese Linde jemals Tagungsort der Lebacher Gerichtssitzungen gewesen sein soll. Im Lebach der Feudalzeit bildeten vier Grundherren gemeinsam die Landesregierung der Herrschaft. Das Verh\u00e4ltnis der vier Herren untereinander war politisch fein austariert. Jede Seite achtete peinlich genau darauf, dass sie in ihren Rechten nicht durch Anma\u00dfungen und \u00dcbergriffe der anderen drei Herren geschm\u00e4lert wurde. Die beiden Weist\u00fcmer von 1550 und 1563 bildeten dabei eine Art Grundgesetz der Herrschaft Lebach. Beide Weist\u00fcmer sind abgedruckt in Repplinger, Arnold. Vierherrschaft Lebach. Lebach 1991. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Der Vorsitz im Hochgericht Lebach stand dem Vertreter des Kurf\u00fcrsten von Trier zu.\u00a0Regelm\u00e4\u00dfig nahm diesen der Amtmann von St. Wendel wahr. Ihm stand auch das alleinige Recht zu, zur Gerichtssitzung, die oft auch Tagsatzung genannt wurde, einzuladen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Den Herren von Hagen, die in der Rangfolge des Weistums erst an dritter Stelle nach den Herren von Dillingen bzw. sp\u00e4ter dem Vertreter des Herzogs von Lothringen kamen,\u00a0sprach das Weistum von 1563 das ausdr\u00fcckliche Recht zu, alle Streitigkeiten in den H\u00f6fen Jabach, Hahn und Wahlen, dem heutigen Ortsteil B\u00f6hmen, die nicht ins Hochgericht geh\u00f6rten, allein und ohne Mitsprache der anderen Herren zu entscheiden. Aus dieser Bestimmung leiteten die Herren von Hagen besondere Vorrechte in den drei H\u00f6fen, aber auch im Schlossbezirk Motten, ab.\u00a0Im Schlossbezirk stand aber auch die Linde am Kl\u00f6cknersberg.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>W\u00e4re sie die Gerichtslinde gewesen, dann h\u00e4tte der Amtmann von St. Wendel zur Gerichtssitzung an einen Ort einladen m\u00fcssen, an dem er ein Vorrecht eines anderen Mitherrn h\u00e4tte akzeptieren m\u00fcssen.\u00a0Die Politik funktionierte jedoch damals schon nach den gleichen Regeln wie heute. Eine derartige Einladung war undenkbar.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Dagegen war eine Einladung zur Gerichtssitzung in den Ort Lebach unproblematisch. Hier hatten alle vier Herren ihre jeweiligen Vogteien. Damit war der Ort f\u00fcr jeden neutral.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Da die Gerichtssitzungen, die meist im Rahmen des Maria-Geburts-Marktes stattfanden, oft einen ganzen Tag in Anspruch nahmen, waren auch die logistischen Probleme, wie die Verpflegung der anwesenden Personen mit Essen und Getr\u00e4nken sowie die Versorgung der Pferde leicht l\u00f6sbar.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span><span>Die Bezeichnung der alten Linde am Kl\u00f6cknersberg als Dinglinde ist vermutlich im 19. Jahrhundert entstanden, als der Mythos der Germanen die Phantasie der Bev\u00f6lkerung befl\u00fcgelte. Trotzdem bleibt die berechtigte Frage , warum stand ausgerechnet an dieser Stelle eine Linde, ein Baum, der in Lebach eher selten anzutreffen ist. Interessant ist in jedem Fall der Standort an einer Kreuzung zweier alter Wege.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lothar Schmidt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Naumann (Thalexweiler) und Klaus Feld (Landsweiler) widersprechen In einem anonymen, nicht datierten Beitrag wurde behauptet, die Linde ausgangs B\u00f6hmen am Fu\u00df des Kl\u00f6cknerbergs, wo 1927 das Turnerdenkmal errichtet wurde, sei eine Dinglinde (Sitz des Hochgerichts der Vierherrschaft Lebach) gewesen. 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