{"id":38,"date":"2008-10-21T19:57:11","date_gmt":"2008-10-21T19:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/historischer-verein-lebach.info\/?p=38"},"modified":"2013-11-25T01:29:18","modified_gmt":"2013-11-25T00:29:18","slug":"kalenderwanderung-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=38","title":{"rendered":"Kalenderwanderung 2008"},"content":{"rendered":"<h2>vermittelte tiefe Eindr\u00fccke<\/h2>\n<h2>von der\u00a0Geschichte unserer Vorfahren<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\">Am vorletzten Samstag hatte der Historische Verein Lebach HVL zu einer &#8222;Kalenderwanderung&#8220; geladen. Ca. 25 interessierte Lebacherinnen und Lebacher waren der Einladung gefolgt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Was ist nun unter einer Kalenderwanderung zu verstehen? Der Vorstand des HVL hatte die Idee, die Denkm\u00e4ler und Kunstgegenst\u00e4nde, welche im Historischen Kalender 2008 vorgestellt sind, zu &#8222;erwandern&#8220;. Vor Ort sollten uns die Autoren des Kalenders die jeweiligen Objekte zeigen und erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und das war wirklich eine ganz tolle Sache! Die eigene Geschichte hautnah vorgestellt zu bekommen, war nicht nur &#8222;eine Sache des Kopfes&#8220;; unsere Lebacher Geschichte wurde sinnlich erfahrbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Kalenderwanderung 2008\" href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/wp-content\/uploads\/2008\/vor02\/Verein\/081011_Kalenderwanderung.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"vertical-align: middle;\" alt=\"Kalenderwanderung 2008\" src=\"wp-content\/uploads\/2008\/vor02\/bilder\/081011_Kalenderwanderung_Pfarrhaus.jpg\" width=\"450\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"justify\">Wir starteten in der Lebacher Pfarrkirche, wo uns Pastor M\u00fcller und unser Vorsitzender, Richard Wagner, begr\u00fc\u00dften. Die katholische Kirche in der uns jetzt bekannten Gestalt wurde 1883 errichtet; k\u00fcrzlich beging man die 125 Jahre ihres Bestehens. Benno M\u00fcller brachte uns die sakralen Gebrauchsgegenst\u00e4nde, Albert Wagner die Kirche selber, Josef Heinrich den Taufstein und die hagenschen Grabplatten sowie Egon Gro\u00df das Pfarrhaus n\u00e4her. Geschichte wurde dabei dadurch lebendig, dass es zu allen Objekten richtig spannende Geschichten zu erz\u00e4hlen gab. Eine Kostprobe: Der Hals des Messkelches ist deshalb leicht verbogen, weil er praktisch im letzten Moment (und dabei war er wohl hingefallen), als die franz\u00f6sischen Revolutionstruppen 1793 in Lebach einr\u00fcckten und schon an der Kirchenpforte r\u00fcttelten, vor dem Zugriff der pl\u00fcndernden Soldaten gerettet wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Wanderung f\u00fchrte uns weiter den Klopp hinauf zur evangelischen Kirche, die 2007 100 Jahre bestanden hat. Im Namen des Presbyteriums empfing uns der Kirchmeister, Andreas Storb. Er hatte die Abendmahlger\u00e4te aufgestellt, welche der evangelischen Gemeinde zur Er\u00f6ffnung des Kirchenneubaus 1887 von N\u00fcrnberger Glaubensbr\u00fcdern und -schwestern geschenkt wurden. Ein Rundgang durch das Dietrich-Bonhoeffer-Haus rundete den Besuch ab; eindrucksvoll waren die Erinnerungstafeln, die an diesen evangelischen Pfarrer erinnerten, der im Dritten Reich wegen seines mutigen Eintretens f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus hingerichtet wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die n\u00e4chste Adresse war unser Friedhof. Albert Wagner erl\u00e4uterte seine Entstehungsgeschichte, die noch von der Spaltung von evangelischen und katholischen Christen gepr\u00e4gt war (Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus Platzmangel der Lebacher Kirchhof aufgel\u00f6st). K\u00fcrzlich erst konnte er in Erfahrung bringen (was bisher nicht bekannt war), dass unser Friedhofskreuz (das \u00fcbrigens vom balidgen Einsturz bedroht ist) vom Lebacher Kriegerverein in Erinnerung an die gefallenen Lebacher Soldaten des deutsch-franz\u00f6sischen Krieges 1870\/ 1871 und des preu\u00dfisch-\u00f6sterreichischen Krieges 1866 gestiftet wurde. Daneben befinden sich die Priester-Ehrengr\u00e4ber, deren erb\u00e4rmlicher Zustand nicht mehr vermitteln kann, welche vornehme Rolle die dort begrabenen Past\u00f6re f\u00fcr das Lebacher Gemeinwesen einmal spielten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Weiter ging es zum Hahn, wo uns die Familie Klaus gastlich empfing; sie hat das Anwesen &#8222;Meiersch-Haus&#8220; gekauft und ist dabei, es liebevoll und aufw\u00e4ndig zu restaurieren. Alte T\u00fcrst\u00fcrze sind beredte Dokumente einer \u00fcber den 30-j\u00e4hrigen Krieg hinaus weisenden Geschichte. Klaus Feld, der die &#8222;H\u00e4hninger&#8220; Geschichte intensiv aufgearbeitet hat, durfte behaupten, dass dieses Haus wahrscheinlich das \u00e4lteste nicht nur in Lebach, sondern im ganzen Saarland ist. Man muss wissen, dass der 30-j\u00e4hrige Krieg in unserer Gegend ganz furchtbar gew\u00fctet hatte; kein Stein war auf dem anderen geblieben; ca. 90 % der Bev\u00f6lkerung in unserem Land waren bestialisch umgekommen. Er wusste auch herzuleiten, wer \u00fcber die Generationen in diesem Meiersch-Haus (ein Meier war der Lebensmittel-Versorger hier: der Hagen-Dynastie in der Burg und sp\u00e4ter auf Schloss La Motte) gelebt hatte. Leider stand dieses Haus in den letzten 40 Jahren leer, sodass seine Bausubstanz erheblich angegriffen ist. Das macht es f\u00fcr das Sanierungsvorhaben der Familie Klaus nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht leicht.<\/p>\n<p align=\"justify\">Den Abschluss bildete die Einkehr bei der Familie Gro\u00df in der Friedensstra\u00dfe. Dort hatte Egon Gro\u00df noch einige bewundernswerte St\u00fccke des Lebacher Kunsthandwerks ausgestellt: ein \u00d6lgem\u00e4lde des Laienmalers Franz Str\u00e4sser, das Lebach kurz nach dem Krieg vom Broppert her zeigt, einen alter Opferstock sowie Rosen aus Eisen des Kunstschmiedes Josef Leutheuser, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Werkstatt in der Marktstra\u00dfe\/ Ecke Mottener Stra\u00dfe hatte, einen Abguss des Lebacher Propheten (vermutlich eine mittelalterliche Altarfigur, die im Saarland-Museum aufbewahrt wird) sowie eine beeindruckende Historienmalerei des pr\u00e4chtigen Schlosses La Motte, welche Klaus Altmeyer mitgebracht hatte.<\/p>\n<p align=\"justify\">Fazit: Eine anregungsreiche Kalenderwanderung, die wir &#8211; nach Vorgaben des Historischen Kalenders 2009 &#8211; im n\u00e4chsten Herbst wiederholen wollen.<\/p>\n<p align=\"justify\">\u00dcbrigens: Der Historische Kalender 2009, der sich mit den 12 Kirchen der Stadt Lebach besch\u00e4ftigt, erscheint in diesen Tagen. Er kostet 8 Euro und ist bei den bekannten Vorverkaufsstellen erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und: Arbeiten Sie doch in unserem Verein mit! Wir k\u00f6nnen Ihre Hilfe gut gebrauchen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Denn: Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt (Stefan Zweig)!<\/p>\n<p align=\"justify\">Lothar Schmidt<\/p>\n<p align=\"justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>vermittelte tiefe Eindr\u00fccke von der\u00a0Geschichte unserer Vorfahren &nbsp; Am vorletzten Samstag hatte der Historische Verein Lebach HVL zu einer &#8222;Kalenderwanderung&#8220; geladen. Ca. 25 interessierte Lebacherinnen und Lebacher waren der Einladung gefolgt. Was ist nun unter einer Kalenderwanderung zu verstehen? 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