{"id":39,"date":"2008-10-29T11:35:53","date_gmt":"2008-10-29T11:35:53","guid":{"rendered":"https:\/\/historischer-verein-lebach.info\/?p=39"},"modified":"2013-11-25T01:25:31","modified_gmt":"2013-11-25T00:25:31","slug":"125-jahre-katholische-pfarrkirche-lebach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=39","title":{"rendered":"125 Jahre katholische Pfarrkirche Lebach"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Johannes Naumann (Thalexweiler) ordnete anl\u00e4sslich eines Festvortrages in der Lebacher Pfarrkirche am 26. September 2008 die Baugeschichte unserer Pfarrkirche ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" style=\"vertical-align: middle;\" alt=\"125 Jahre Katholische Pfarrkirche Lebach\" src=\"wp-content\/uploads\/2008\/vor02\/vereine\/kkl.jpg\" \/><\/p>\n<p>Hier die Grundz\u00fcge der Einordnung:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: center;\" align=\"center\"><strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\"><span style=\"font-size: 14pt; font-family: Arial; mso-ansi-language: DE;\">Die katholische Pfarrkirche<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: center;\" align=\"center\"><strong style=\"mso-bidi-font-weight: normal;\"><span style=\"font-size: 14pt; font-family: Arial; mso-ansi-language: DE;\">Allerheiligste Dreifaltigkeit und Marien<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial; mso-ansi-language: DE;\"><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Arial;\"><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die katholische Kirchengemeinde in Lebach \u201eHeilige Dreifaltigkeit und St. Marien\u201c kann auf eine lange Geschichte zur\u00fcckblicken. Um 950 wurde die Lebacher Pfarrei erstmals im Verzeichnis der Pfarreien, die nach Mettlach wallfahrten, genannt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um 1739 wurden wertvolle Messger\u00e4te angeschafft. Gegen 1770 wurde das Kirchenschiff erneuert und das heutige Pfarrhaus als sp\u00e4tbarockes Palais erbaut. 1829 lie\u00df Pfarrer Gellert eine Sakristei an die Kirche anbauen. 1869 wurde Lebach mit 16 Pfarreien zum Dekanat erkl\u00e4rt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Architektonisch gesehen stellt die Lebacher Pfarrkirche eine neogotische Stufenhalle mit weiten Rundpfeilerarkaden dar.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Neogotik ist ein Kunst- und Architekturstil des 19. Jahrhunderts. Sie ist eine der fr\u00fchesten Spielarten des Historismus, der auf verschiedene Stile der vergangenen zwei Jahrtausende zur\u00fcckgriff. Im Mittelpunkt der Verbreitung der Neogotik stand ein umfassendes Bau- und Einrichtungsprogramm, das bis in die Literatur und den Lebensstil Einzug hielt. Die Formensprache der Neogotik orientierte sich an einem idealisierten Mittelalterbild. Ihre Bl\u00fcte hatte sie in der Zeit von 1830 bis 1900.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Um an die Freiheit und Geisteskultur der mittelalterlichen St\u00e4dte anzukn\u00fcpfen, errichtete man in neogotischem Stil vor allem Kirchen, Parlamente, Rath\u00e4user und Universit\u00e4ten, aber auch andere \u00f6ffentliche Bauten wie Post\u00e4mter, Schulen oder Bahnh\u00f6fe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">F\u00fcr die Innenausstattung, insbesondere Alt\u00e4re und Kanzeln der neuen und purifizierten Kirchen schuf man aufw\u00e4ndig geschnitzte Werke, die sich an die Elemente der Architektur anlehnen, aber ohne Vorbild waren. Diese Werke nannte man sp\u00e4ter abwertend Schreinergotik. Die Glasmalerei erlebte ebenfalls eine neue Bl\u00fcte, allerdings sind die neuen Werke realistischer und naturalistischer als die historischen Vorbilder. Viele derartige Ausstattungsgegenst\u00e4nde der Kirchen sind ab 1960 aus Missachtung f\u00fcr die nachgemachten Stile wieder entfernt und zerst\u00f6rt worden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Kirche in Lebach wurde von 1881 bis 1883 nach Pl\u00e4nen des Architekten Carl Friedrich M\u00fcller, Saarlouis-Fraulautern, gebaut. Die Sch\u00e4den des Zweiten Weltkriegs behob man umgehend. Dabei wurde das Glockengeschoss stilfremd in Beton erneuert und versucht, den oktogonalen Spitzhelm in Anlehnung an das Original zu gestalten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die dreischiffige, vierjochige Stufenhalle, ohne Querschiff, mit eingezogenem Chor, Chorjoch und dreiseitigem Polygonschluss wurde in neogotischem Stil gebaut. Der querrechteckige, erst im Freigeschoss ins Quadrat \u00fcberf\u00fchrte Turm steht vor dem Mittelschiff. Das vierbahnige Ma\u00dfwerkfenster \u00fcber dem Hauptportal nimmt dessen stark profiliertes Gew\u00e4nde auf. Weitere Ma\u00dfwerkzier bereichert den oberen Teil der Turmfront, der auch durch die mehrfach abgetreppten Strebepfeiler, Giebelfelder und Strebebogen einen typisch &#8222;gotischen&#8220; Charakter erh\u00e4lt. Strebepfeiler und Ma\u00dfwerkfenster gliedern auch die Schiffs- und Chorw\u00e4nde. Mit wenigen, nur leicht variierenden Gestaltungselementen erh\u00e4lt die aus dunkelroten Sandsteinen steinsichtig belassene Stadtkirche ein angemessenes, eindrucksvoll stattliches Aussehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Innen \u00f6ffnen sich \u00fcbersichtlich weit gespannte Spitzbogenarkaden auf schlanken Rundpfeilern zu den Seitenschiffen. Blatt- und Knospen geschm\u00fcckte K\u00e4mpferzonen mit oktogonaler Deckplatte nehmen die breiten Gurt- und Scheidbogen sowie die d\u00fcnneren Rippen der vierteiligen Kreuzgew\u00f6lbe auf. D\u00fcnne Runddienste tragen an den Seiten die Rippen. Den ann\u00e4hernd quadratischen Mittelschiffsjochen entsprechen l\u00e4ngsrechteckige Seitenjoche. Das Mittelschiff wird auf diese Weise betont. Die Raumanlage, die Gestaltung des Gew\u00f6lbes und nicht zuletzt die Bestuhlung, welche die Mittelachse zum Weg werden l\u00e4sst, stehen durch ihre Ausrichtung in engem Bezug zum Chor, der das Allerheiligste des Gotteshauses birgt. Der Chorraum, nur durch einen schmalen Triumphbogen abgesetzt, \u00f6ffnet sich fast in ganzer Breite zum Mittelschiff.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Lebach, 26. September 2008<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 0cm 0pt; text-align: justify;\">Johannes Naumann, Thalexweiler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Naumann (Thalexweiler) ordnete anl\u00e4sslich eines Festvortrages in der Lebacher Pfarrkirche am 26. September 2008 die Baugeschichte unserer Pfarrkirche ein. 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