{"id":4449,"date":"2023-10-01T13:55:14","date_gmt":"2023-10-01T11:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=4449"},"modified":"2023-10-10T16:20:27","modified_gmt":"2023-10-10T14:20:27","slug":"weiterer-stolperstein-fuer-josef-biesel-aus-lebach-verlegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=4449","title":{"rendered":"Weiterer Stolperstein f\u00fcr Josef Biesel aus Lebach verlegt"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>\u00a9 Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken\/ Thomas Blug<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. Juli 2023 wurde in Saarbr\u00fccken ein weiterer Stolperstein f\u00fcr Josef Biesel aus Lebach verlegt. Darauf wies die Landeshauptstadt in einer Pressemitteilung hin.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef Biesel wohnte zuletzt in Saarbr\u00fccken-J\u00e4gersfreude im Grubenweg 20. Er starb am 23. April 1943 an den Folgen eines in der Haft im KZ Buchenwald erworbenen Herzleidens.<\/p>\n\n\n\n<p>Josef Biesel ist am 30. Oktober 1900 in Lebach geboren, war katholisch und wuchs mit acht j\u00fcngeren Geschwistern auf. Nach dem Besuch der dortigen Volksschule erlernte er im Betrieb des Vaters den Beruf des Schlossers.<\/p>\n\n\n\n<p>1922 heirate er Maria Conrad (geb. 22.12.1889) und zog nach Saarbr\u00fccken. 1934 wurde ein Sohn geboren. Von 1928 bis 1936 arbeitete Josef Biesel bei der Saarbr\u00fccker Stra\u00dfenbahn als Schaffner. Biesel war Mitglied der Kommunistischen Partei und entsprechend aktiv. Seine Arbeitsstelle verlor er vermutlich aufgrund seiner politischen T\u00e4tigkeit. Offiziell hie\u00df es, er habe Fahrscheine unterschlagen. Wegen des Verdachts der Vorbereitung zum Hochverrat wurde er am 6. M\u00e4rz 1937 verhaftet, zun\u00e4chst in die Strafanstalt Saarbr\u00fccken verbracht und von dort drei Monate sp\u00e4ter, am 1. Juli 1937, in die Konzentrationslager Lichtenburg und Buchenwald eingeliefert. Am 19. April 1939 wurde er aus Buchenwald entlassen und war gesundheitlich so angeschlagen, dass er kaum noch in der Lage war, zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Buchenwald hatte er den aus Ostpreu\u00dfen stammenden Dichter Ernst Wiechert kennengelernt, der Biesels solidarisches und menschliches Handeln in dieser Extremsituation sp\u00e4ter w\u00fcrdigte. Wiechert beschreibt in seiner Autobiographie \u201eDer Totenwald\u201c Biesels Menschlichkeit wie folgt: \u201eOhne ihn w\u00e4re ich nicht heimgekommen, sondern, wie es in der grausamen Lagersprache hie\u00df, durch den Schornstein gegangen (\u2026) er war an Bildung jedem Uniformierten jenseits des Zaunes \u00fcberlegen, kannte alle Menschen, Dinge und Zust\u00e4nde im Lager und verschenkte, ohne ein Wort zu sprechen, eine unendliche, tr\u00f6stende und aufrechte Ruhe, die aus einer gelassenen Selbstverst\u00e4ndlichkeit aus seinem Dasein str\u00f6mte (\u2026)\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wohl wegen zahlreicher Eingaben seines Bruders Peter wurde Josef Biesel 1939 freigelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gestapo versuchte ihn nach seiner Entlassung als Provokateur einzusetzen, der in Gasth\u00e4usern auf Hitler schimpfen und die Beipflichtenden denunzieren sollte. Diesem Druck hielt er stand, und die erste Evakuierung und der Kriegsausbruch bewirkten, dass seine Weigerung ohne Konsequenzen blieb. Infolge seines im KZ Buchenwald gesch\u00e4digten Gesundheitszustandes starb Biesel am 23. April 1943 im Saarbr\u00fccker B\u00fcrgerhospital.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-white-color has-text-color\"><a href=\"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=1352\"><strong>Auch in seinem Geburtsort Lebach ist ein Stolperstein f\u00fcr ihn verlegt. Zudem wurde ein Weg nach ihm benannt. Zu w\u00fcrdigen ist mit ihm ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Mann mit vorbildhaftem Verhalten in einer Extremsituation.<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a9 Landeshauptstadt Saarbr\u00fccken\/ Thomas Blug Am 25. Juli 2023 wurde in Saarbr\u00fccken ein weiterer Stolperstein f\u00fcr Josef Biesel aus Lebach verlegt. Darauf wies die Landeshauptstadt in einer Pressemitteilung hin. Josef Biesel wohnte zuletzt in Saarbr\u00fccken-J\u00e4gersfreude im Grubenweg 20. Er starb am 23. 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