{"id":4554,"date":"2025-04-16T21:38:03","date_gmt":"2025-04-16T19:38:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=4554"},"modified":"2025-04-23T17:28:54","modified_gmt":"2025-04-23T15:28:54","slug":"das-fraenkisch-kreuz-ist-wieder-hergerichtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hv-lebach.de\/?p=4554","title":{"rendered":"Das Fr\u00e4nkisch-Kreuz ist wieder hergerichtet"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><sub>Text und Bild von Klaus Feld, Vorsitzender des Historischen Vereins Lebach <\/sub><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das bei Baumf\u00e4llarbeiten im August 2024 besch\u00e4digte Wegekreuz in der Trierer Stra\u00dfe Ecke Einm\u00fcndung Im Vogelsang, das so genannte \u201eFr\u00e4nkisch-Kreuz\u201c aus dem Jahr 1741, ist k\u00fcrzlich wieder hergerichtet worden<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>. Das unter Denkmalschutz stehende Kreuz tr\u00e4gt seinen Namen von Johann Georg Franck oder Frenken, der aus Etzenhofen im K\u00f6llertal stammte<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Johann Georg Frenken war der Sohn von Johann Heinrich Frenken und dessen Ehefrau Elisabeth Stein. 1749 verkaufte er zusammen mit seinen Geschwistern den Erbanteil seiner Mutter in Kutzhof an den Hufschmied Johann Stein von dort<a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Johann Georg Frenken hatte am 08. Februar 1735 in Lebach die Johannetta Sch\u00e4fer, die Witwe von Johannes Riehm aus Lebach, geheiratet. In die Ehe mit Johannes Riehm brachte Johannetta Sch\u00e4fer ihren Anteil am so genannten Gl\u00f6ckners Gut oder Glocken Gut in Lebach ein. Das Gut war eines der neun hagischen Stockg\u00fcter in Lebach. Nach dem Gut ist die Flur \u201eAuf Kl\u00f6cknersberg\u201c oberhalb des Gewerbegebietes Auf H\u00e4pelt benannt. 1622 wird mit Theobald Kl\u00f6ckner ein erster Inhaber des Gutes genannt<a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[4]<\/a>. Es ist nicht zu verwechseln mit den so genannten Klocken-G\u00fctern in Niedersaubach, deren Name auf den ehemaligen kurtrierischen Amtmann in St. Wendel Peter Klock von Oberstein im 15. Jahrhundert zur\u00fcckgeht. 1704 verkauften die Kinder und Erben des verstorbenen Matthes Jung, die nicht mehr in Lebach wohnten, ihre H\u00e4lfte am Kl\u00f6ckners oder Glocken Gut in Lebach an die Witwe Helena Leidinger von Primsweiler<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>. Diese reichte den Hof an ihre Tochter Margaretha und deren Ehemann Nikolaus Sch\u00e4fer, die Eltern der Johannetta Sch\u00e4fer, weiter. Nikolaus Sch\u00e4fer stammte von R\u00fcmmelbach und war der Sohn von Caspar Sch\u00e4fer. Diesem war um 1665 vom Probst des Klosters Fraulautern der Hof Greinhof bei R\u00fcmmelbach zum Wiederaufbau \u00fcbertragen worden<a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Glocken Gut stand in der Mottener Stra\u00dfe in Lebach, etwa an der Stelle der heutigen H\u00e4user Nr. 19 und 21. Beschrieben ist das Anwesen durch Benno M\u00fcller im Historischen Kalender Nr. 23 von 2017. Der erste Ehemann der Johannetta Sch\u00e4fer, Johannes Riehm, starb vor dem Jahr 1735 im Alter von etwa 38 Jahren vermutlich durch einen Ungl\u00fccksfall. Aus diesem Anlass wurde dann 1741 vom zweiten Ehemann der Johannetta Sch\u00e4fer, dem genannten Johann Georg Frenken, das Kreuz auf einem Grundst\u00fcck der Familie an der Landstra\u00dfe nach Trier ein gutes St\u00fcck au\u00dferhalb der damaligen Ortslage errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Enkel des Ehepaares Johannes Riehm und Johannetta Sch\u00e4fer, ebenfalls ein Johannes Riehm, heiratete 1783 die Anna Maria Dressler, die Tochter von Michael Dressler und Anna Maria Ampher. Dieses Ehepaar hatte 1774 das Haus in der Marktstra\u00dfe an der Kirchentreppe f\u00fcr 500 Gulden von Nikolaus Knobe und dessen Ehefrau Maria Gro\u00df erworben und dort ein Handelsgesch\u00e4ft betrieben<a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>. Da die Eheleute Dressler beide aus Tirol stammten, waren sie in Lebach unter dem Hausnamen \u201eTirolersch\u201c bekannt. Auch ihr Haus geh\u00f6rte zu den hagischen Stockg\u00fctern. Mit Anna Maria Dressler ging der Hausname \u201eTirolersch\u201c auf diesen Zweig der Familie Riehm \u00fcber und verdr\u00e4ngte dessen alten Hausnamen \u201eKl\u00f6ckner\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Johanetta Sch\u00e4fer, die Ehefrau des Johann Georg Frenken, starb am 16.10.1769 und wurde in der Lebacher Pfarrkirche beerdigt, ein Zeichen f\u00fcr das Ansehen der Familie. Der Witwer heiratete am 07.01.1771 in Eppelborn in zweiter Ehe die Maria Catharina Sch\u00e4fer aus Eppelborn. Sie war die Witwe des Eppelborner Meiers Mathias D\u00f6rr<a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>. Die Patenschaften der Geschwister der Maria Catharina Sch\u00e4fer legen eine Verwandtschaft zu den Sch\u00e4fer-Familien in R\u00fcmmelbach und Niedersaubach nahe. Im Einwohnerbuch der Pfarrei Eppelborn wird Johann Georg Frenken in der Nachfolge des ersten Mannes der Maria Catharina Sch\u00e4fer als Meier des Ortes bezeichnet. Nach Angaben des Einwohnerbuchs starb er nach 1777 in Eppelborn.<\/p>\n\n\n\n<p>Von dem urspr\u00fcnglichen Kreuz sind vermutlich nur noch der Unterbau und der Aufsatz mit der Inschrift im Original erhalten. Das Kreuz selbst wurde offenbar bereits mehrfach erneuert. Zuletzt war es aus Beton gefertigt. F\u00fcr die aktuelle Renovierung wurde nach Auskunft der Stadtverwaltung ein heller feink\u00f6rniger Sandstein aus der Eifel gew\u00e4hlt, der dem historischen Denkmal eine besondere Wertigkeit gibt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[1]<\/a> vgl Saarbr\u00fccker Zeitung vom 10. April 2025<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> beschrieben ist das Kreuz in Wagner Richard, Wegekreuze und Bildst\u00f6cke in Lebach, Lebach 2007, S. 10<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[3]<\/a> Landesarchiv Saarbr\u00fccken, Bestand Notariat Schaumburg, Bd. 6, S. 283 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[4]<\/a> Landesarchiv Saarbr\u00fccken, Bestand Herrschaft M\u00fcnchweiler, Akten Nr. 356 S. 8<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[5]<\/a> Landesarchiv Saarbr\u00fccken, Bestand Herrschaft M\u00fcnchweiler, Akten Nr. 316 S. 32f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[6]<\/a> Landesarchiv Saarbr\u00fccken, Bestand Kloster Fraulautern Nr. 419, S. 74<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[7]<\/a> Landesarchiv Saarbr\u00fccken, Bestand Herrschaft M\u00fcnchweiler, Akten Nr. 316 S. 216<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[8]<\/a> Storb, G., Hro\u00df, H., Gro\u00df, A., Die Einwohner der Pfarrei Eppelborn von 1708 \u2013 1832. Eppelborn 1995, Nr. 252<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text und Bild von Klaus Feld, Vorsitzender des Historischen Vereins Lebach Das bei Baumf\u00e4llarbeiten im August 2024 besch\u00e4digte Wegekreuz in der Trierer Stra\u00dfe Ecke Einm\u00fcndung Im Vogelsang, das so genannte \u201eFr\u00e4nkisch-Kreuz\u201c aus dem Jahr 1741, ist k\u00fcrzlich wieder hergerichtet worden[1]. 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