Der Lebacher Soldatenmord

Am 20. Januar 2009 jährte sich zum 40igsten Mal der abscheuliche Mordanschlag auf 5 Lebacher Soldaten, die im Munitionsdepot in Landsweiler Wachdienst hatten. Die Wachmannschaft bestand aus blutjungen Männern.

Erinnerungstafel an die ermordeten Lebacher Soldaten vor dem Stabsgebäude des Fallschirmjägerbataillons 261, Foto: Lothar Schmidt

Gegen 7.30 Uhr fand die Wachablösung in der Wachstube die Leichen des Unteroffiziers Erwin Poh (21, verheiratet, ein Kind) aus Nalbach, des Obergefreiten Arno Bales (28, verheiratet, ein Kind) aus Ruwer (besonders tragisch war hier, dass das 2. Kind unterwegs war; es kam 7 Monate nach dem Tod seines Vaters zur Welt) und des Gefreiten Dieter Horn (21, ledig) aus Steinbach bei Gießen. Lebensgefährlich verletzt waren die Gefreiten Ewald Marx aus Dortmund und Reinhard Schulz aus Petersgmünd in Franken (beide 21 und ledig). Ewald Marx starb wenige Tage nach dem Überfall an seinen Verletzungen, Reinhard Schulz überlebte als einziger.

Lebach gedenkt heute noch in ungebrochener Trauer der Opfer.

Arnold Schmidtke, Reservistenkameradschaft Lebach (https://www.rk-lebach.de/), hat uns die Fotos der Opfer des Anschlages zur Verfügung gestellt. Wir wollen durch die Bilder ihr Andenken bewahren.

Der Saarländische Rundfunk und die Saarbrücker Zeitung berichteten über den Jahrestag dieses grausamen Verbrechens, das sich tief in das Gedächtnis der Lebacherinnen und Lebacher eingegraben hat.

Auch bei Wikipedia ist zu diesem in ganz Deutschland bekannt gewordenen Kriminalfall ein Artikel eingestellt worden.

Legendär geworden ist der Fahndungsaufruf, der über AKTENZEICHEN XY UNGELÖST am 11.04.1969 bundesweit verbreitet worden war und wesentlich zur Ergreifung der 3 Täter beigetragen hatte. Hier stehen Teil I und Teil II zum Anschauen bei You Tube bereit.

Lothar Schmidt

Ein Gedanke zu „Der Lebacher Soldatenmord

  1. Egon Gross berichtet, dass die Wahrsagerin und Zigeunerin Buchela (die unter einer Buche Geborene), damals wohnhaft in Remagen/ Rhein (bürgerlich: Margarethe Goussanthier, geb.: Meerstein, geboren am 12. Oktober 1899 in Honzrath/ Saar, gestorben am 8. November 1986 in Oberwinter/ Rhein) wesentlich zur Aufklärung der Soldatenmorde beitrug.
    Madame Buchela führte die Kriminalpolizei auf die richtige Fährte; sie erkannte während der Ausstrahlung des Fahndungsaufrufs von XY UNGELÖST vom 11. April 1969 an einem verwendeten Falschnamen einen ihrer Klienten wieder und informierte die Kriminalpolizei; es war einer der Soldaten-Mörder. Die beiden Täter wurden zwei Wochen nach der „XY“-Sendung festgenommen.
    Interessant zu erwähnen ist, dass Buchela um 1920 in Lebach wenige Monate bei der Familie Johäntgen als Dienstmädchen arbeitete; vorher verbrachte sie einige Jahre im Waisenhaus der Borromäerinnen in Sankt Wendel und wurde zur Arbeit nach Lebach vermittelt.
    Um 1932 tauchte Bachela noch einmal in Lebach auf; sie fuhr bei der Familie Johäntgen in einem grünen Zigeunerwagen vor und präsentierte ihren Ehemann Adam Goussanthier.

    Am 20.01.2006 würdigt der Bonner Generalanzeiger die berühmte Wahrsagerin Buchela.

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