Eidenborner Kriegschronik

Vorbemerkungen:

In diesem Jahr wird der hundertjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges gedacht. Dieser wird inzwischen als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet, denn er hat die kriegerischen Ereignisse der folgenden Jahrzehnte maßgeblich beeinflusst.

Eidenborner Schulkinder im Kriegsjahr 1914

Eidenborner Schulkinder im Kriegsjahr 1914, Fotoarchiv: Theo Heinrich

Die Bildung von Staatsbündnissen Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien einerseits sowie zwischen Russland, Frankreich und England andererseits hatte ein Wettrüsten der beiden Blöcke zur Folge. Auch waren die Beziehungen zwischen den Staaten durch machtpolitische Bestrebungen angespannt. Anlass für den Ausbruch des 1. Weltkrieges war schließlich das Attentat auf den österreich-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand am 28.06.1914 in Sarajewo/Serbien. Diplomatische Versuche von Deutschland und England, den Krieg zu vermeiden, blieben erfolglos. Daraufhin sahen sich die jeweiligen Bündnisstaaten zur Mobilmachung genötigt. In Deutschland ordnete der Kaiser am 01.08.1914 die Mobilmachung an. Die deutsche Kriegserklärung an Russland erfolgte am 01.08.1914, an Frankreich am 03.08.1914. Entsprechend dem sogenannten Schlieffen-Plan griffen die deutschen Truppen Frankreich von Nordosten an und verletzten dabei die belgische und luxemburgische Neutralität, was zum Kriegseintritt Englands führte.

Zu Beginn des Krieges, in den man zunächst mit Begeisterung zog, war man der Meinung, bis Weihnachten des gleichen Jahres wieder zu Hause zu sein. Es kam aber anders. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz gelang es den deutschen Truppen, in Russland einzudringen und die Front von der Heimat fernzuhalten. Dagegen hatte sich im Westen der deutsche Vormarsch festgerannt. Er verwandelte er sich in einen jahrelangen mörderischen Stellungskrieg.

Schon bald nach Kriegsbeginn verschlechterte sich infolge der von England verhängten Seeblockade die Ernährungslage in Deutschland dramatisch. Versorgungsengpässe, erhöhte Lebensmittelpreise und das Gefühl der Bevölkerung, bei der Lebensmittelzuteilung ungerecht behandelt zu werden, führten bereits 1915 zu Demonstrationen.

Während im März 1918 Deutschland und Russland einen Friedensvertrag schlossen, hatten sich im Westen durch den im April 1917 erfolgten Kriegseintritt der USA die Aussichten auf einen Sieg erheblich verschlechtert. Dies führte schließlich zum Abschluss eines Waffenstillstands, der im November 1918 in Kraft trat.
Dem 1. Weltkrieg fielen etwa 20 Millionen Menschen zum Opfer.

Der Lehrer Heinrich Zander hat in der Chronik der Volksschule Eidenborn regionale und überregionale Kriegsereignisse aufgezeigt, insbesondere erwähnte er häufig die kriegsbedingt schlechte Ernährungslage der Bevölkerung. Die Eintragungen beginnen mit den Angaben über den Ausbruch des 1. Weltkrieges und die Namen der Eidenborner Bürger, die sich Anfang August 1914 zu den Waffen stellen mussten.

Benno Müller

Hier ist nun das Transkript der Aufzeichnungen nachzulesen (einfach anklicken)!

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