Das Carré Prussien in Montois-la-Montagne

Arbeit für den Frieden – Travail pour la Paix

Für diese friedensstiftende Leitidee des Volksbundes arbeiteten 6 Lebacher und 1 Gresaubacher im Juni über dem Tal der Orne in Montois-la-Montagne

Montois-la-Montagne, 25 km nordwestlich von Metz auf dem lothringischen Plateau über dem Tal der Orne gelegen, ist ein malerischer Ort, in dem vom 16. bis zum 18. Juni d. J. eine ehrenamtliche Arbeitsgruppe des Volksbundes aus Lebach und Gresaubach arbeitete.

Carré Prussien erstrahlt in neuem Glanz; (v.l.n.r.) Joachim Gross, Klaus Wenske und Berni Huwer mit Bernard Missler und Catherine Wagner vom historischen Verein Montois, Foto: Lothar Schmidt

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Der Hintergrund für den Arbeitsauftrag betraf den Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870/ 71. Während der Schlacht bei Gravelotte (rechte Flanke der deutschen Front) und St. Privat (linke Flanke der deutschen Front) am 18. August 1870 richtete die preußische Armee nördlich der erbittert und verlustreich ausgetragenen Kampfhandlungen im Schloss von Montois ein Lazarett ein. Die in diesem Lazarett in den folgenden Tagen und Wochen versterbenden Verwundeten wurden auf dem benachbarten alten Friedhof in einem Massengrab beerdigt. Im Volksmund nannte man dieses Massengrab das „preußische Carré“. In den folgenden 140 Jahren geriet die Bedeutung dieses Grabes in Vergessenheit. Es verwahrloste und wurde zuletzt aus Unkenntnis über die geschichtlichen Hintergründe zur Entsorgung von Friedhofsabfällen benutzt. Der historische Verein von Montois hat nun die Geschichte dieses „carré prussien“ wiederentdeckt, er bat den Volksbund, dieses Soldatengrab zu restaurieren. Den Auftrag erhielt die bewährte Lebacher Arbeitsgruppe, die sich einmal im Jahr dem Volksbund ehrenamtlich zur Verfügung stellt. Erwähnenswert ist, dass man den Saarländern nicht zutraute, wie in der Regionalzeitung „Républicain Lorrain“ am 7. Juni d. J. zu lesen war, den Arbeitsauftrag noch in diesem Jahr zu vollenden.

Die sechs Lebacher, unterstützt durch einen Gresaubacher, waren allerdings so gut aufgestellt, dass die fertig restaurierte Grabstelle nach 3 Tagen der Gemeinde und deren historischem Verein übergeben werden konnte. Unter der Bauleitung von Bernd Huwer, assistiert von Joachim Gross, Peter Rück und Lothar Schmidt, wurde die verwahrloste Grabstelle ganz abgetragen, die aus der Fassung gedrückten Randsteine ausgegraben, die Basis eines demolierten Steinkreuzes neu ausgerichtet und ein Metallkreuz wieder in Form gebracht. Dann wurden die alten Randsteine in einem Betonbett neu eingesetzt, alle aus Kalkstein bestehenden Kreuzteile von Alfred Scherer sorgfältig abgeschliffen und das 8 Quadratmeter große Carrée mit Kies, der im Untergrund durch eine Magerbetondecke stabilisiert wurde, aufgefüllt. Die Krönung der Restaurierung kam dem Gresaubacher Dieter Pfeifer zu; er zerlegte zunächst den die Grabstelle einfassenden Eisengitterzaun (12 m), der nach 140 Jahren arg verrostet und zernagt war, in seine Einzelteile, entrostete sie und ersetzte nicht mehr zu reparierende Eisenstäbe durch passend gemachte Flickstücke, welche im ganzen Dorf zusammengetragen wurden. Danach verankerte er die neuen Zaunteile in den mittlerweile wieder fest liegenden Randsteinen so, dass es wohl die nächsten 140 Jahre standhalten wird. Klaus Wenske, unser Fachmann für schwierige Anstriche, verzauberte die uralten Eisenteile durch schwarze Metallschutzfarbe wieder in eine stattliche Grabeinfriedung. Jedenfalls kamen Frauen des Dorfes, die beim Friedhofsbesuch die verwelkten Blumen ihrer Gräber wie gewohnt beim preußischen Carrée entsorgen wollten, nicht mehr aus dem Staunen heraus, als sie die restaurierte Grabstätte sahen.

Die Arbeitsgruppe wird nun noch vom Volksbund die Namen der 19 in Montois beerdigten Soldaten erfahren und bei der Anbringung einer Namenstafel auf der Grabstätte mitwirken. Hierzu wird der historische Verein Montois noch in diesem Jahr einladen.

Lothar Schmidt

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