Text des „Verschlagenen Kreuzes“ ist entziffert

Das „Verschlagene Kreuz“ in der Saarlouiser Straße in Richtung Eidenborn auf der rechten Seite wird restauriert. Der Lionsclub Lebach, der in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum feiert, übernimmtaus diesem Anlass die Kosten der Restaurierung.

Der Zahn der Zeit und Kriegsschäden haben die Inschrift teilweise zerstört. Dazu kam noch, dass man das Kreuz über Jahre mit weißer Farbe überstrichen hat, so dass die Schrift kaum noch erkennbar war.

Jetzt hat sich der Hobbyforscher Walter Lesch aus Thalexweiler der Sache angenommen.

Lesch hat schon viele Kreuze in seinem Heimatort Thalexweiler restauriert und Inschriften wieder lesbar gemacht. Seine Erfahrung aus seiner langjährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit war sehr erfolgreich.

In mühevoller Kleinarbeit ist es ihm gelungen die Inschrift des „VerschlagenenKreuzes“ zu entziffern. Sie lautet (siehe Foto):

O du mein Creidz du heiliges Zeichen
von dir wil ich niht mer weichen
wo mein liber Jesu hängt
und mit den heilig fünf Wunden stirbt
mit dir will ich in Ewigkeit leben
und mich dem Todt ergeben

Nach den Ostertagen wird das Kreuz durch die Bildhauerwerkstatt Jakob abgebaut und restauriert.

Wir hoffen, dass der Sockel, der im Erdreich steckt, noch mehr preisgibt.

In schwachen Umrissen kann man erkennen, dass eine Ornamentik und ein religiöses Relief dort eingemeißelt waren. Wir hoffen sehr, dass Lesch diese ebenfalls entziffern kann und eine Jahreszahl erkennbar wird, die auf das Alter des Kreuzes schließen lässt.

In den Landkarten des Geografen Naudin, die aus 1732 stammen und in Metz archiviert sind, ist ein Kreuz an der Straße von Lebach nach Eidenborn eingezeichnet. Wenn es sich dabei um das „Verschlagene Kreuz“ handeln sollte, so wäre es das älteste der Stadt.

Unsere Vermutungen gehen sogar soweit, da es zu diesem Zeitpunkt bereits gestanden hat und der Sockel älter ist als der Aufsatz, noch vor 1732 errichtet wurde.

Wir danken Herrn Lesch sehr herzlich für seine zeitraubende Arbeit.

Richard Wagner, Vorsitzender

Abbildungen:

Inschrift des Verschlagenen Kreuzes

Inschrift des Verschlagenen Kreuzes

Abbau des Verschlagenen Kreuzes zwecks Restaurierung

Abbau des Verschlagenen Kreuzes zwecks Restaurierung

Die SZ berichtete am 3. April 2008 über dieses Ereignis.

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